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Sorgenkind Pflegeversicherung Teil 2 - Der Stellenmarkt

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Medienwirksames Sofortprogramm
Arbeitsmarkt erschwert Umsetzung aber enorm

Der Elan, mit dem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorprescht, beflügelt. Ein Blick auf die realen Zahlen im Pflege- und Gesundheitsmarkt allerdings ernüchtert. Die Ankündigungen klingen besser als selbst Optimisten bei ihre Einlösung erwarten lässt. Ein Parade-Beispiel dafür ist die Aufstockung der Altenpfleger im Sofortprogramm Kranken- und Altenpflege, den der Minister Spahn am 23. Mai vorgestellt hat. Darin werden 13.000 zusätzliche Arbeitskräfte anvisiert, zu deren Finanzierung die GKV jährlich pauschal einen Betrag an den Ausgleichsfonds der Pflegeversicherung zu zahlen hat. „Hierzu erhebt der GKV-SV bei den Krankenkassen eine Umlage pro Versicherten. Die private Pflegeversicherung beteiligt sich anteilig entsprechend der Zahl der Pflegebedürftigen an der Finanzierung. Auf diesem Wege werden die Pflegebedürftigen zur Finanzierung dieser rund 13.000 Stellen nicht belastet“, verspricht das Sofortprogramm. Nur: „Das Versprechen 13.000 neue Pflegekräfte einzustellen wird schwerlich zu halten sein, befürchtet Thomas Adolph vom führenden Vergleichsportal www.gesetzlichekrankenkassen.de. Denn schon ohne die versprochenen Zusatzkräfte lassen sich vakante Stellen nicht ohne weiteres besetzen. Er hätte vielleicht mit seinem Kollegen Hubertus Heil (Arbeit und Soziales) sprechen sollen, denn nach Angaben des Ärzteblatts fehlten bereits 2017 „nach früheren Angaben der Bundesregierung in der Altenpflege 14.785 Fachkräfte und 8443 Helfer.“ Auf 100 gemeldete Stellen finden sich ohne Bezug auf die Region rein rechnerisch lediglich 29 arbeitslose Altenpflegefachkräfte. Dazu kommen noch 10.814 Fach- und 1413 Hilfskräfte in der Krankenpflege, alles in allem also ein Arbeitskräfte-Loch von über 35.000 Pflegekräften.

Leergefegter Markt
Wenig Lohn und schwindender Arbeitsethos

Mittlerweile dauert es fast ein halbes Jahr (171 Tage), bis eine Vakanz wieder neu besetzt werden konnte, berichtet eine Studie des Unternehmensberaters Roland Berger. Das ist knapp dreimal solange, wie es noch 2008 gedauert hatte (57 Tage) und immer noch deutlich länger als im Schnitt der offenen Stellen in der Bundesrepublik. Der Welt zufolge dauert es dort 102 Tage, bis eine ausgeschriebene Stelle neu vergeben ist. Dazu kommt, dass Beschäftigte in der Pflege offensichtlich weniger an ihrem Beruf hängen oder schneller finanziell oder intellektuell frustriert sind. Während von zehn Krankenpflegern nach zehn Jahren noch sieben ihrer angestammten Tätigkeit nachgehen, sind es bei den Altenpflegern weniger als fünf, schreibt Gernot Kiefer in den Gesellschaftspolitischen Kommentaren. Wie der für die Pflege zuständige Vorstand im GKV Spitzenverband schreibt, führt unter anderem der Arbeitskräftemangel zu einem „Kraftakt für alle Beteiligten“. Denn: „Ein grundsätzlich richtiger Ansatz löst nicht das Problem, dass das Personal derzeit nicht am Arbeitsmarkt vorhanden ist.“ Insgesamt sind im Pflegemarkt rund 700.000 Beschäftigte in allen Bereichen – von ambulanten Diensten bis zum Pflegeheim – in der Altenpflege beschäftigt. Gut die Hälfte arbeitet in der Privatwirtschaft, der Rest für die kirchlichen Träger Diakonie und Caritas, Wohlfahrtverbände oder im öffentlichen Dienst. Wie Professor Gregor Thüsing in der FAZ schreibt, arbeiten zudem weitgehend inoffiziell mittlerweile bereits 150.000 bis 180.000 Pflegehilfen in der häuslichen Pflege.

Sofortprogramm Kranken- und Altenpflege des BMG (Quelle: www.bundesgesundheitsministerium.de)

Artikel in der Deutschen Ärztezeitung (Quelle: www.aerztezeitung.de)

Roland Berger Studie Wachstumsmarkt Pflege (Quelle: www.rolandberger.com)

Artikel in der Welt vom 6. März 2018 (Quelle: www.welt.de)

Beitrag „Kraftakt für alle Beteiligten" von Gernot Kiefer, (Quelle: gkv-spitzenverband.de)

Gregor Thüsing in der FAZ vom 2. Mai 2018 (Quelle: www.jura.uni-bonn.de)

Siehe auch:
Sorgenkind Pflegeversicherung Teil 1 - Falsche Erwartungen, falsche Aufteilung

 

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