Elternzeit und Beitragsfreiheit in der Gesetzlichen Krankenversicherung

Für Familien bietet die gesetzliche Krankenversicherung den Vorteil, dass Familienmitglieder kostenfrei mitversichert werden können. Zudem besteht die Möglichkeit der Beitragsfreiheit während der Elternzeit. Letzteres gilt jedoch nur für gesetzlich Versicherte, die vor Beginn der Elternzeit Pflichtmitglied einer gesetzlichen Krankenkasse waren, nicht jedoch automatisch auch für freiwillig GKV-Versicherte. Diese bleiben nur dann in der Elternzeit beitragsfrei versichert, wenn sie verheiratet sind und der Ehepartner ebenfalls gesetzlich versichert ist.
Ist der Ehegatte dagegen privat versichert, muss geprüft werden, ob eine Beitragsfreiheit gegeben ist. Hierzu werden das Einkommen der in Elternzeit befindlichen Person mit dem des privat versicherten Elternteils zusammengerechnet. Pro Kind wird dieser Betrag um einen Abzugsbetrag vermindert (für familienversicherte Kinder 553 EUR, für nicht familienversicherte Kinder 921,67 EUR). Daraus ergibt sich das sogenannte „Familieneinkommen“. Eine Halbierung dieses Betrags ergibt das sogenannte „Anrechenbare Einkommen“. Dieser Wert ist Grundlage für die Berechnung des GKV-Beitrags (14,9%). Hinzu kommen noch 2,05% für die Pflegeversicherung. Für Unverheiratete ist das eigene Einkommen während der Elternzeit maßgeblich. Haben sie in dieser Zeit kein eigenes Einkommen, wird ein sogenanntes „Mindesbemessungseinkommen“ zugrundegelegt, das derzeit 921,67 EUR beträgt.