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Eingespieltes Kosten-Sharing - Win-Win-Situation im KV-Wettbewerb

08.12.2017

Die Befürworter der Bürgerversicherung blenden vielfach die Komplexität des Gesundheitsmarktes aus“, erläutert Thomas Adolph vom führenden Vergleichsportal www.gesetzlichekrankenkassen.de seine Skepsis zum Koalitionsbedingung „Bürgerversicherung der SPD“. Bisher habe sich das bestehende Zusammenspiel gut bewährt. „Bei aller Konkurrenz ähnelte es ein wenig dem zweier Geschwister“, erläutert der Experte. „Die privatwirtschaftlichen haben wie das Erstgeborene den Weg zu neueren Behandlungsmethoden gebahnt. Wenn sie sich etabliert haben – und erschwinglicher geworden sind – wurden sie häufig ins Repertoire der GKV aufgenommen.“ Was sich bewährt, finde in der Regel rasch auch Eingang in den Leistungskatalog der Krankenkassen. Er befürchtet, dass ein Wegfall der privatwirtschaftlichen Konkurrenz die Kassen nicht beflügeln werde, sondern über dann ungehemmte politische Einflussnahme eher lähmen werde. Auch der Wegfall der Zwei-Klassen-Medizin sei nicht zu erwarten, denn Thomas Adolph zufolge sind schon heute teure Zusatzversicherungen nicht gleichmäßig unter den Kassenmitgliedern verbreitet.

Ein weiterer positiver Effekt des dualen Marktes sei die Anschaffung teurer Apparate gewesen. Thomas Adolph: „Wenn Privatpatienten beispielsweise die Anschaffung eines neuen Ultraschall-Geräts notwendig gemacht haben, profitierten über kurz oder lang auch die Kassenpatienten derselben Praxis davon.“ Ein Blick auf die Zahlen macht die Verzahnung der beiden Systeme deutlich: Während nur elf Prozent der Bevölkerung privat versichert sind, finanzieren sie fast ein Viertel der Praxisumsätze. Auch andere Berufsgruppen in der Gesundheitsmarkt wie Arzneimittelhersteller, Physiotherapeuten, Kliniken können mit Kassenpatienten allein nicht haushalten. „Sie brauchen die höheren Honorare der Privatversicherten“, sagt Kassenexperte Thomas Adolph. Indirekt subventionieren diese die vergleichsweise günstigen Kassenleistungen.

Der Klamauk mit der Gleichheit
Scharfer Gegenwind aus dem eigenen Lager

Die Rückbesinnung auf die Gleichheit – wenn nicht vor Arbeitgeber und Wahlurne, so doch vor dem Arzt – trifft nicht nur bei PKV und Ärzten auf energische Gegenwehr. Ausgerechnet die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hat Ende 2016 eine Studie veröffentlicht, der zufolge die Einführung einer gesetzlichen Bürgerversicherung viele Menschen um ihre Arbeitsplätze bringt – und das längst nicht nur in den Privaten Krankenversicherungen (PKV). Wie die FAZ berichtet, müssten je nach Ausstiegsszenario allein dort zwischen 22.700 und 51.000 Stellen abgebaut werden. Das entspricht dem Drei- bis Sechsfachen der aktuell durch die Tengelmann-Kaiser-Pleite bedrohten Belegschaft, heißt es.

Studie „Transformationsmodelle einer Bürgerversicherung“ (Quelle: www.boeckler.de)

Bürgerversicherung würde Zehntausende Arbeitsplätze bedrohen (Quelle: www.faz.net)

Nur eine Milchmädchenrechnung
Die Kosten bleiben, die Zahler ändern sich

Die Gewerkschaft Ver.di kommentiert die Studie so: Das Gutachten weise zu Recht darauf hin, „dass ein starkes Schrumpfen der PKV zu Honorarverlusten bei den Leistungserbringern, insbesondere in der ambulanten Versorgung führt. Laut Angaben des PKV-Verbandes würde das Gesundheitssystem jährlich Einnahmen von 12,3 Mrd. Euro verlieren, wenn alle heute privat versicherte Personen Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse wären. Das Geld, das heute zusätzlich durch die PKV in das Gesundheitssystem fließt, müsste im Rahmen einer Bürgerversicherung für die Leistungserbringer kompensiert werden.“ Mit anderen Worten, die Kassenbeiträge müssten entsprechend steigen, kommentiert der Kassenexperte. Wie das Ärzteblatt berichtet habe, könnte die Einführung einer Bürgerversicherung zu einer Beitragserhöhung für gesetzlich Versicherte von 1,5 Prozentpunkten führen. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die Studie „Budget impact Bürgerversicherung“ des Instituts für Mikrodaten-Analyse (IfMDA, Kiel).

Kommentar der Gewerkschaft Verdi zur Bürgerversicherungsstudie (Quelle: fidi.verdi.de)

Ärzteblatt zur Kostenkompensation durch höhere Kassenbeiträge vom 9.8.2017 (Quelle: www.aerzteblatt.de)

 

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Thomas_klein
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