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Reisezweck „Schwangerschaft“ schafft Kostenrisiko - Krankenkassen müssen nicht jede künstliche Befruchtung bezahlen

20.03.2017

Der unerfüllte Kinderwunsch ist eine lukrative Marktnische zumal die Krankenkassen im Regelfall für die Kosten aufkommen. Nicht nur die 139 deutschen Behandlungszentren, welche das deutsche Register für In-Vitro-Befruchtung (IVF) auflistet, bemühen sich um die Paare. Auch Anbieter aus dem Ausland wollen zum Zug kommen“, erklärt Thomas Adolph vom führenden Vergleichsportal www.gesetzlichekrankenkassen.de. Nicht umsonst hätten vom 18. bis 19. Februar in Berlin die Kinderwunsch Tage stattgefunden, auf denen sich jeder auch über Fertilisierungs-Dienstleistungen informieren konnten, die über den deutschen Standard hinausgehen, berichtet der Experte. „Die Nachfrage ist nicht gering. Mit knapp 58.000 Frauen, die sich 2015 in den deutschen Zentren behandeln ließen, ist das ein boomender Markt, zumal längst nicht ein Versuch ausreicht“, rechnet Adolph vor. „Insgesamt berichtet das IVF von 97.796 Zyklen in 130 erfassten Zentren.“

Deutsches IVF Register.de
Kinderwunsch Tage Berlin
Jahrbuch 2015 des deutschen Registers für In-Vitro-Befruchtung (IVF)

Ausländische Zentren bieten ebenfalls Services an
Rechtliche Unterschiede schaffen aber ein Kostenrisiko

Die bescheidene Erfolgsrate, aus den 87.886 Versuchen, die das IVF für 2014 registriert hat, gingen 9140 Kinder hervor, macht Angebote aus dem Ausland mit erweiterten Versuchsanordnungen verlockend. Auf den Kinderwunsch Tagen waren es wie das deutsche Ärzteblatt berichtet vor allem Anbieter aus Spanien und den USA, die mit ihren Erfolgen lockten. „Für den Traum eines erfüllbaren Kinderwunsch ist das eine Bereicherung“, kommentiert der Krankenkassenexperte Adolph. „Von der Kostenseite zumindest darf man, was die Übernahme durch eine gesetzliche oder private Krankenversicherung angeht, aber nicht sorglos vorgehen.“ So habe im vergangenen Jahr das Sozialgericht Dresden die Verweigerung der Kostenübernahme für eine Behandlung in Tschechien als rechtmäßig anerkannt. Adolph: „Die Krankenkassen müssen die Kosten für eine künstliche Befruchtung nur im Rahmen der hier geltenden Rechtsgrundlagen und der imHeimatland gängigen Praxis übernehmen. In diesem speziellen Fall habe zudem die tschechische Klinik nicht den Beweis erbringen können, dass die Maßnahme unter Berücksichtigung der in Deutschland für künstliche Befruchtungen geltenden Rechtsvorschriften, insbesondere denen des Embryonenschutzgesetzes, durchgeführt wurde.

Reproduktionsmedizin und Endokrinologie (Quelle: IVF)
Urteil des Sozialgericht Dresden vom 31. August 2016
Kurzversion des Urteil des Sozialgericht Dresden vom 31. August 2016

Behandlungsumfang im Ausland häufig umfangreicher
Deutschland im Hintertreffen

Speziell im Bereich des Embryonenschutzes ist Deutschland sehr restriktiv. Das zeigt ein anderes Gerichtsurteil (OLG München Az. 3 U 4080/16), das sogar einer Frau untersagte, sich mit dem Sperma ihres nach einer Herztransplatation verstorbenen Ehemanns befruchten zu lassen, das dieser im Zuge einer bislang erfolglosen Behandlung vor der lebensbedrohlichen Operation vorsorglich hatte einfrieren lassen. In anderen Ländern geht man mit diesem Thema lässiger um. Auch die prä-implantativen Untersuchungen sind deutlich umfangreicher, berichtet das Ärzteblatt in einem umfangreichen Artikel zum aktuellen Wissensstand und den Behandlungserfolgen der auf den Kinderwunsch Tagen präsenten Vorreiten aus USA, dem Oregon Reproductive Medicine, einem bekannten IVF-Zentrum in Portland/Oregon und dem IVF Spain Alicante.

Urteil des OLG München vom 22.02.2017 (Quelle: LTO Legal Tribune online)
Beitrag zum Urteil des OLG München vom 22.02.2017 (Quelle: www.aerzteblatt.de)
Übersicht über das Angebot auf den Kinderwunsch Tagen im Deutschen Ärzteblatt (Quelle: www.aerzteblatt.de)
Oregon Reproductive Medicine
IVF Spain Alicante

 

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Thomas_klein
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