Zusatzbeiträge 2017 – hohe Stabilität, aber einige unschöne Überraschungen für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen

02.01.2017

Zum Jahreswechsel liegt nun die erste statistische Auswertung der neuen Zusatzbeiträge gesetzlicher Krankenkassen vor, die das führende Online-Portal www.gesetzlichekrankenkassen.de veröffentlicht hat: 27 Gesetzliche Krankenkassen erhöhen ihre Beiträge, bei 2 Krankenkassen wird es durch Fusionen preiswerter. 6,8% der Beitragszahler müssen im Jahr 2017 mehr Geld aufwenden, nur 0,07% sparen welches. Der höchste Zusatzbeitrag liegt jetzt bei 1,8%, der niedrigste bei 0,3%.

27 Mal Erhöhung des Zusatzbeitrags

27 Gesetzliche Krankenkassen – davon 6 bundesweit geöffnete, 14 Regionalkassen und 7 betriebsbezogene Krankenkassen – haben ihre Zusatzbeiträge erhöht. Am meisten mehr verlangt die BKK RWE mit 0,6%-Punkten mehr, die geringste Erhöhung beträgt nur 0,1%-Punkte bei drei Kassen. Bei den 27 Gesetzlichen Krankenkassen mit Beitragserhöhungen sind insgesamt knapp 3,8 Mio. Personen zahlende Mitglieder und von den Mehrbeiträgen betroffen.

Besonders auffallend sind die Steigerungen bei der Metzinger BKK, die bislang überhaupt keinen Zusatzbeitrag verlangt hat (jetzt 0,3% trotz Leistungsstreichungen zum Jahreswechsel) und bei der AOK PLUS. Diese besonders wachstumsstarke Regionalkasse für Sachsen und Thüringen war zusammen mit der AOK Sachsen-Anhalt mit einem Zusatzbeitrag von nur 0,3%-Punkten eine der günstigsten Kassen überhaupt und verdoppelt 2017 ihren Zusatzbeitrag.

Die teuerste Krankenkasse ist nunmehr die in Baden-Württemberg, NRW und Rheinland-Pfalz geöffnete BKK VITAL mit einem Zusatzbeitrag von 1,8% und einem Gesamtbeitragssatz von 16,4%. Es folgen mit 1,7% Zusatzbeitrag bzw. 16,3% Gesamtbeitragssatz die betriebsbezogene Merck BKK sowie die bundesweit geöffnete VIACTIV Krankenkasse.

„Da sich auch die Beitragsbemessungsgrenzen im Jahr 2017 erhöhen (diese sind unter www.gesetzlichekrankenkassen.de/grenzen/grenzen.html zu finden) beträgt der maximale Beitrag für die Krankenversicherung EUR 713,40 und für die Pflegeversicherung EUR 121,80 – und zwar jeweils pro Monat!“ erläutert Thomas Adolph, Geschäftsführer der Kassensuche GmbH, die das Portal betreibt.

Bei den beiden günstigsten Krankenkassen (AOK Sachsen-Anhalt in Sachsen-Anhalt und Metzinger BKK in Baden-Württemberg) beträgt aufgrund des geringen Zusatzbeitrags von nur 0,3% (Gesamtbeitragssatz 14,9%) der maximale Beitrag für die Krankenversicherung EUR 648,15 pro Monat, was einer möglichen Ersparnis von monatlich EUR 65,25 oder EUR 783,00 pro Jahr entspricht. Die günstigste im gesamten Bundesgebiet geöffnete Kasse ist und bleibt die hkk Krankenkasse mit einem Zusatzbeitrag von 0,59%. Im Vergleich zur teuersten Krankenkasse sind hier monatlich maximal EUR 52,64 Beitrag einsparbar. Das gilt jeweils, wenn man die sogenannte „Beitragsbemessungsgrenze“ von EUR 4.350,- sozialversicherungspflichtigem Bruttoeinkommen überschreitet. Bei geringerem Einkommen ist der Beitragsvorteil entsprechend geringer.

Thomas Adolph weist in diesem Zusammenhang auf einen wichtigen Punkt hin: „Die Zusatzbeiträge sind von den beitragszahlenden Mitgliedern alleine aufzubringen, hier gibt es keine Arbeitgeberzuschüsse.“

2 Mal Senkung von Beiträgen

Schließlich noch ein Blick auf zwei Krankenkassen, für deren Mitglieder es 2017 günstiger wird. Das aber nicht aufgrund von Beitragssenkungen, sondern durch Fusionen mit anderen Kassen. Wer bislang bei der BKK Braun-Gillette versichert war, zahlte den höchsten Zusatzbeitrag von 1,9%. Diese Kasse geht zum 01.01.2017 aber in der pronova BKK auf und diese verlangt einen Zusatzbeitrag von nur noch 1,2%! Und die Mitglieder der Vereinte BKK zahlten bislang 1,2% Zusatzbeitrag. Durch Fusion mit der BKK VBU sinkt auch hier der Zusatzbeitrag und liegt in 2017 bei 0,9%. Allerdings sind es in der Summe nur ca. 40.000 Personen, die sich über diese Beitragssenkungen freuen können – das sind knapp 0,07% der über 55,5 Mio. Mitglieder einer deutschen Gesetzlichen Krankenkasse.

Fazit

„Die Beitragserhöhungen halten sich insgesamt in Grenzen. Aber es sind doch immerhin fast 3,8 Mio. beitragszahlende Mitglieder von Mehrkosten durch höhere Zusatzbeiträge betroffen. Das ist nicht wenig, gerade im aktuellen politisch unsicheren Umfeld. Weitere sonst eigentlich notwendige Beitragserhöhungen sind durch politische Maßnahmen – wir haben ja 2017 Bundestagswahl – verhindert worden. So ist damit zu rechnen, dass die gesetzlich Krankenversicherten spätestens zum nächsten Jahreswechsel mit massiven Steigerungen rechnen müssen“, so der renommierte Krankenkassenexperte Thomas Adolph. Alle Zusatzbeiträge sind in den stets aktualisierten Übersichten auf dem kostenfreien Portal www.gesetzlichekrankenkassen.de zu finden – ebenso umfangreiche Informationen zu den Mehrleistungen der einzelnen Krankenkassen.

 

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