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Spezialisten und Hausarzt teilen sich die ambulante Seniorenbetreuung

10.10.2016

Ein einleuchtendes Modell

Ein neues Konzept zur häuslichen Betreuung der älteren Generation hat die Vertragswerkstatt der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) vorgestellt. Es soll erkrankten Senioren ab dem Lebensalter 70 Jahre helfen, ihr gewohntes Lebensumfeld zu behalten und trotzdem diagnostisch und therapeutisch sehr gut versorgt zu werden. Die KBV regt dazu an, dass Hausärzte und Spezialisten für Alterskrankheiten bundesweit flächendeckend und ohne Kompetenzstreitigkeiten zusammenarbeiten. Der jeweilige Hausarzt soll demnach frühzeitig den Bedarf einer spezifischen geriatrischen Versorgung feststellen und den Patienten an einem Kollegen überweisen, der sich seit mindestens drei Jahren auf altersbedingte und multikausale Krankheitsverläufe im geriatrischen Umkreis spezialisiert hat. Nach Angaben von Landes- und Bezirksärztekammern verfügen im Augenblick 780 Ärzte über eine Weiterbildungsbefugnis zum Geriater.

Geriatrie weiter im Aufwind

Dieser Facharzt übernimmt den Patienten nicht einfach in seine Obhut, sondern behandelt ihn nur zeitweise mit, was durch eine Vereinbarung geregelt ist. Der Hausarzt, häufig auch der Ansprechpartner der Angehörigen, wird konstant auf dem Laufenden gehalten.

Versorgungskonzepte

Im Team mit Kollegen, Angehörigen und Pflegepersonal

Eine wohnortnahe geriatrische Versorgung umfasst die berufsgruppenübergreifende Kooperation zwischen Ärzten, geriatrischem Therapeutenteam und Pflegekräften. So definiert das neue Konzept seine Zielsetzung, mit der "positive regionale Entwicklungen in eine flächendeckende Versorgungsstruktur gebracht und einheitliche Qualitätsstandards für die geriatrische Versorgung in Deutschland etabliert werden." Geplant ist auch die Förderung von Qualitätszirkeln und Fallkonferenzen.

Spezifische geriatrische Versorgung durch ein interdisziplinäres Team

"Damit wird die Arbeit der Hausärzte unterstützt. Sie können multimorbide geriatrische Patienten mit besonders komplexen Fallgeschehen an die Schwerpunktpraxen überweisen. Zudem soll die Teamarbeit mit Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden und Pflegekräften noch wirksamer in die Organisation der ambulanten ärztlichen Versorgung eingebunden werden", lobte Regina Feldmann, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KBV, laut Ärzteblatt das neue Konzept. Es ist als Anlage zum Bundesmantelvertrag entworfen und muss vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) als Vereinbarungspartner noch gutgeheißen werden.

Spezifische geriatrische Versorgung durch ein interdisziplinäres TeamKBV stellt Konzept für ambulante geriatrische Versorgung vor

Hilfe bei Multimorbidität und Altersdemenz

Die Zusammenarbeit sorgt von der Qualitätskontrolle bis zur Behandlungsplanung für eine proaktive Betreuung des alten Menschen ab 70. "Gerade in dieser Altersgruppe kommen häufig mehrere gesundheitliche Störungen zusammen, die behandelt gehören", sagt Thomas Adolph vom führenden Vergleichsportal www.gesetzlichekrankenkassen.de. "Kaum einer der betroffenen Senioren weiß, welche funktionellen Ausfälle zuerst und welche erst später therapiert werden sollten." Dazu komme nicht selten noch das Problem der Altersdemenz, welche den Entscheidungsspielraum einengt. Er begrüßt daher, dass in dem neuen Konzept auch der Zugang zu einer altersgerechten Tertiärprävention und falls nötig die Demenzversorgung berücksichtigt werden.

Wie das Ärzteblatt anlässlich des Welt-Alzheimer-Tages berichtete leben in Deutschland derzeit rund anderthalb Millionen Demenzkranke. Dazu kommen erschreckend viele unentdeckte Fälle. Mit Senilität ist das Krankheitsbild nicht zu beschreiben, der intellektuelle Ganz- oder Teilausfall belastet nicht nur die Erkrankten und deren Betreuer, sondern mittlerweile auch jedes vierte Kind und jeden vierten Jugendlichen. Das hat das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) in einer repräsentativen Studie unlängst ermittelt. "Demenz auf ein ausschließliches Altersphänomen zu reduzieren, ist falsch", warnt ZQP-Vorstandschef Dr. Ralf Suhr. Man müsse auch an Kinder und Jugendliche denken.

Demenz betrifft Kinder und Jugendliche

Bis 2050 wird die Zahl der Demenzkranken Experten zufolge auf rund drei Millionen steigen, falls es bei den aktuellen Therapiemöglichkeiten bleiben sollte. Davon werden mit zwei Millionen die Alzheimer-Kranken nach wie vor die größte Gruppe stellen.

Zu viele Demenzfaelle bleiben unentdeckt

 

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Thomas_klein
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